Archiv für die Kategorie ‘Durchgehört’

Ich hörte was, was du nicht hörst und das war…..

Dezember 14, 2007

Der musikalische Jahresrückblick

2007 war musikalisch irgendwie so wie 2006. Nur schlimmer. Zumindest wenn man keinen gescheiten Radiosender empfing oder sich nicht auf Insidertips verlassen konnte / wollte. Denn dann sass man da, im Jammertal des Indierocks, des Emopops und verpasste unter anderem die Rückkehr der Elektronik in die Rockmusik, den Triumph von Damon Albarn oder gar das Voranschreiten des New Raves. Ja, 2007 liess es sich verdammt gut Musik hören, wenn man denn nur wollte.

Beginnen wir also mit dem Schund, den Kajalrockern, den Emos. Pubertierende Jammerlappen mit Pickeln, schlechtem Kajalstrich und uninspirierten Texten. Die Welt ist grausam zu uns sensiblen Individualisten, sie ist böse, gemein und ach so ungerecht.
Ich sage: Ja und? Wen zum Geier interessiert dieser Schrott? Gejammert wurde immer schon, hat aber nie etwas verändert. Geschminkte Männer sahen bei Kiss oder Rocy Music besser aus und Instrumente beherrscht eh fast jeder besser. Austauschbare Stimmen und Texte als Soundtrack für eine Generation, die sich ihre Persönlichkeit bei H&M zusammen kauft. Weltverweigerung als Jugendkultur? Hab es schon mal, aber Punk ist nicht zu Unrecht tot. Warten wir also nach Grunge und Britpop auf die nächste wirkliche Jugendbewegung, die auch nachhaltig beeindruckt. An dieser Stelle muss gesagt werden, Techno ist keine Bewegung, sondern geistige Verwirrung.

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DÄ sind anders.

November 5, 2007

16 reguläre Lieder, eine EP und ein angeblicher Hiddentrack, alles angeliefert in einer geruchsneutralen Pizzaschachtel. Was bei anderen Bands als teures Diggypack durchgeht ist den Ärzten als Standartversion von „Jazz ist anders“ gerade gut genug. Auch die Freunde der Sportart „Kopierschutzumgehen“ kommen wieder einmal zu kurz.  

Diesmal, so hieß es im Vorfeld, sei die Studioarbeit leichter gefallen, es wurde miteinander geredet und nicht nur miteinander musiziert. Es habe wieder Spaß gemacht. Ob man rückblickend „Geräusch“ aufgrund einer damals drohenden Trennung neu bewerten muss sei mal dahin gestellt. Aber da fragt man sich doch lieber, ob man es der Neuen anhört, dass sie ein Kind der allgemeinen Gruppenahrmonie ist. Immerhin, beste Vorraussetzungen für eine hervorragende CD. Also, rein mit der CD in die Anlage und schon mal alle Regler nach rechts gedreht. 

Nur, dass der Opener keinerlei Einstimmung bietet. „Himmelblau“ plätschert als harmloser Popsong vor sich hin und hätte auch wunderbar auf der letzen Urlaub LP stehen können. Irgendwo, so in der Mitte. Für eine Einstimmung auf ein DÄ-Album allerdings nicht mitreißend genug. Dem Text hätte eine schnellere Untermalung gut getan. Beschwingter geht es mit Belas „Lied vom Scheitern“ weiter und gehört zu den Stücken, die einem, dank der Melodie, auch gerne mal als spontane Ohrwürmer hängen bleiben. Textlich ist allerdings, was ich gerne bei den Ärzten anmerke, viel zu viel vorhersehbar. Es folgt Rods Milieuzeichnung „Breit“. Ja, doch. Ist ein Lied für all diejenigen die beim Berliner Trio an „Party- und Sauflieder“ denken. Mitgröhlgarantie für die Tour, denn zum ersten Mal passen hier Text und Musik zueinander.

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Durchgehört – Dave Gahans Sanduhr

Oktober 23, 2007

Es gibt Dinge in der Musikwelt, die ändern sich einfach nie:
Kurzhaarige Metaler sind untrve.
Bob Dylan ist unantastbar.
Pink Floyd hätten ohne Syd Barrett niemals weiter machen dürfen.
Bono plus 3 Studiomusiker = U2.
Und, das zweite Album ist grundsätzlich schlechter als das Debüt.

In diesem Falle nennt sich die Debutplatte „Paper Monsters“ und erschien 2003. 10 Tracks, meist rockig, oft nach Blues klingend. Vor allem aber, viel zu viele ruhige Stücke und die Erkenntnis: Der Martin schreibt aber die wesentlich ansprechenderen Texte. „Paper Monsters“ war solides Handwerk, aber kein Meilenstein. Oder, anders formuliert, ausbaufähig. Umso überraschender dann die erste Depeche Mode Single, die nicht von Gore geschrieben wurde, „Suffer Well“. Na also, es geht doch.

Obwohl, so ganz allein ist Dave Gahan bei „Hourglass“ doch nicht tätig gewesen. Das Lob muss er sich mit Christian Eigner und Andrew Phillpott teilen. Anders als beim Vorgänger wird gar nicht erst versucht, sämtliche Depeche Mode Bezüge außer Acht zu lassen. Soloalbum Nummer 2 ist elektronischer, experimenteller und abwechslungsreicher.
Mit „Saw Something“, „Miracles“ und „Insoluble“ halten sich dir ruhigen Stücke wohltuend zurück. Wirkliche Stärken allerdings offenbaren sich mit „A little lie“ und „Down“. Beide Lieder hätten sich ebenso auf der letzen Depeche Mode Platte wiederfinden können. Es wird also spannend bei der Platzvergabe des nächsten Albums, denn mit drei Titel wird sich Gahan dann sicher nicht zufrieden geben.

Was ich vermisse, Übergänge zwischen den einzelnen Tracks wie bei „I want it all“ und „Nothing’s impossible“. Ich mag Übergänge. Auf dem MP3-Player wirken sie zwar aufgrund der Unterbrechung nicht. Aber auf LP und CD, ein Geschenk für die Ohren.

3 von 5 Punkten.

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Lou Reeds Berlin

Juni 26, 2007

Mir fiel es zu spät auf. Das Plakat an der Bushaltestelle, an der ich immer aufstehe. Dieses Plakat…. es kündigte an: Lou Reed kommt in die Stadt. Ich sah es und freute mich. Weiter stand drauf: Lou Reed führt in Berlin Berlin auf. Sonja freute sich gar sehr.
Leider habe ich es aber nicht geschafft noch an günstige Karten zu kommen. Zudem fehlt es mir gerade wegen meines Umzugs an Geld, so waren auch die teuren Karten nicht in Sicht: Sonja wirkte etwas deprimiert.

Da die Altersklasse unter 35 wohl wenig mit Lou Reed anfangen kann, oder auch mit der ehemaligen Band „Velvet Underground“ hier ein kurzer Ausflug zu Wiki. Und damit es auch etwas auf die Ohren gibt habe ich mich für das Titellied des Albums „Berlin“ entschieden. Allerdings ohne Garantie, meine Boxen streiken gerade etwas. Demnächst gibt es dann mehr von Künstlern, die mal in der deutschen Hauptstadt gestrandet sind.

Next 2U

Juni 22, 2007

So lautet der Titel des ersten eigene Songs der deutschen U2 Coverband „Achtung Baby“. Mal so nebenbei, ich mag Coverbands, zumindest wenn sie sich nicht stur nach dem Original richten, eigenes mit einbringen und vor allem die Hütte hüpfen lassen. Bei „Achtung Baby“ sind all diese Kriterien mal locker erfüllt, mich wurmt es nur, sie in diesem Jahr noch nicht gesehen zu haben.Ist jetzt nicht das man sagt „Och ne.. so ein Abklatsch… muss nicht sein.“ Ganz und gar nicht. Diesr Truppe macht einfach nur Spaß. Und jetzt machen sie auch noch etwas eigenes.

Auf ihrer Homepage gibt es diesen Song als Gratisdownload samt Text und Video und, man staune, es erinnert an eine bestimmte Folksmusikband aus Irland. Das ganze macht Laune, geht ins Ohr und ist irgendwie bei mir da auch nicht wieder raus zubekommen. Anhören, lieb gewinnen, freuen.