Archiv für November 2007

Tokio Hotel vs. Me

November 9, 2007

Das Absinthschaf hat sich etwas vorgenommen.

EMAs… ja ja, der alljährliche Spaß, der früher mal amüsant war, jetzt aber nur noch als sich dauerwiederholendes Füllmaterial taugt. Dazu will ich mal lieber nicht viel sagen. Obwohl, da gab es doch diese eine Band. Aus Deutschland. Die vier da auf der Bühne, im Regen. Jetzt mal ganz ehrlich, so schlecht war der Tokio Hotel Auftritt doch gar nicht. Wenn man bedenkt, seid wann diese Band durch die Medien hüpft, schon annehmbar.

Was mich zu der Frage bringt: Warum mag ich Tokio Hotel nicht?

Fassen wir zusammen. Ich kenne gerade einmal eine handvoll Singles. Die dazugehörigen Fangirls gehen mir auf die Nerven, sie strapazieren in jeder Sendung meine Geduld. Die Sprüche der beiden Zwillinge sind pubertär, peinlich, primitiv. Ebene ein wunderbares Abziehbild derer, die mir morgens in der U-Bahn begegnen.

Aber damit ist jetzt Schluss. Aus und vorbei mit dem medialen Lemmingzug. Dem Nachwuchs eine Chance. Ich nehme mir hiermit ernsthaft vor, mir mal die CDs des Quartetts anzuhören. Wohl auf Englisch. Ich meine, wer macht das sonst? Diejenigen, die immer gegen einen Musiker oder gegen eine Band sind kennen doch meist nur das, was im Radio gespielt wird. Ich bin ein Albenmensch. Singles sind vorhersehbar, aber die anderen Stücke sind Überraschungen. Und, wichtig, man sollte Tokio Hotel wohlwollend betrachten. Immerhin waren wir alle mal in einer Phase, in der wir schreckliches gehört haben. Ich sach nur: Caught in the act.

Von daher, demnächst starte das Experiment „Eine Unterkunft in Japan“. Mal sehen, was dabei raus kommt. Im schlechtesten falle einfach nur Musik, die mir nicht gefällt.

DÄ sind anders.

November 5, 2007

16 reguläre Lieder, eine EP und ein angeblicher Hiddentrack, alles angeliefert in einer geruchsneutralen Pizzaschachtel. Was bei anderen Bands als teures Diggypack durchgeht ist den Ärzten als Standartversion von „Jazz ist anders“ gerade gut genug. Auch die Freunde der Sportart „Kopierschutzumgehen“ kommen wieder einmal zu kurz.  

Diesmal, so hieß es im Vorfeld, sei die Studioarbeit leichter gefallen, es wurde miteinander geredet und nicht nur miteinander musiziert. Es habe wieder Spaß gemacht. Ob man rückblickend „Geräusch“ aufgrund einer damals drohenden Trennung neu bewerten muss sei mal dahin gestellt. Aber da fragt man sich doch lieber, ob man es der Neuen anhört, dass sie ein Kind der allgemeinen Gruppenahrmonie ist. Immerhin, beste Vorraussetzungen für eine hervorragende CD. Also, rein mit der CD in die Anlage und schon mal alle Regler nach rechts gedreht. 

Nur, dass der Opener keinerlei Einstimmung bietet. „Himmelblau“ plätschert als harmloser Popsong vor sich hin und hätte auch wunderbar auf der letzen Urlaub LP stehen können. Irgendwo, so in der Mitte. Für eine Einstimmung auf ein DÄ-Album allerdings nicht mitreißend genug. Dem Text hätte eine schnellere Untermalung gut getan. Beschwingter geht es mit Belas „Lied vom Scheitern“ weiter und gehört zu den Stücken, die einem, dank der Melodie, auch gerne mal als spontane Ohrwürmer hängen bleiben. Textlich ist allerdings, was ich gerne bei den Ärzten anmerke, viel zu viel vorhersehbar. Es folgt Rods Milieuzeichnung „Breit“. Ja, doch. Ist ein Lied für all diejenigen die beim Berliner Trio an „Party- und Sauflieder“ denken. Mitgröhlgarantie für die Tour, denn zum ersten Mal passen hier Text und Musik zueinander.

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