Weblog-Archiv für 22. Oktober 2007

Und ich dachte, ich hätte noch Geschirr.

Oktober 22, 2007

Als ich am Sonntag nach fluchtartiger Abreise und knapp 1 1/2 Wochen wieder meine Wohnung betrat war eines klar: Die Küche wird ignoriert. Der Raum zwischen Flur und Dusche wurde von mir instinktiv zur Gefahrenzone erklärt. Immerhin, dieser Schritt sorgte dafür, dass ich die Nacht auf Montag halbwegs überstand und mein einziges Problem darin bestand, den Inhalt meines Wäschekorbes vorzusortieren. Soweit der Sonntag. Am Montag allerdings hieß es Konfrontationskurs. Frau will ja nicht hungrig und ohne Kaffee ins Büro schleichen. Eine völlig inakzeptable Situation. Tür auf, Kühlschrank anvisiert, Margarine und Marmelade gegriffen, Messer und Brot eingesammelt. Das klappte besser als gedacht. Selbst der Kaffee konnte ohne Probleme aufgesetzt werden. Was dann aber folgte war kam dem Schreck nahe den man verspürt, wenn man nichtsahnend bei Viva reinschaltet und auf Gülcan trifft – ohne sauberen Becher kein Kaffee. Verzweifelte Blicke, genervtes Gesuche und die ernüchternde Feststellung, dass ich den Mount Everest an spülbereitem Geschirr nicht mehr zu verdrängen vermochte. Eine halbwegs akzeptable Tasse wurde entnommen, liebevoll von Hand gespült, die dafür entstandene Wasserverschwendung als Kolalateralschaden abgetan. Al Gore wird mir deswegen schon keinen Vortrag galten, immerhin beruhigte ich mein Gewissen beim Verlassen der Wohnung durch pflichtbewusste Mülltrennung.  

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