Der Titel hat ja mal was von Springer Presse. Aber Kaffeemangel und Rückenschmerzen sind keine Garanten für fleissige Gedankensprünge. Also versuche ich zu beschreiben, worum es geht.
Ps:
Über den Sinn oder Unsinn von politisch engagierten Musikern möchte ich an dieser Stelle nicht schreiben, das wäre ein gänzlich anderes Thema und wird für einen späteren Eintrag aufgehoben.
Bei der Echo Verleihung 2007 wurde Bono Vox, Sänger und Songwriter bei U2, ein Preis verliehen, für sein Engagement bezüglich des Schuldenerlasses Afrikas. Dabei wurde auch der neue Clip der Organisation „Deine Stimme gegen Armut“ vorgestellt, dass deutsche Pendant zu „DATA“. In Forum tauchte dieser Clip am nächsten Tag auf, veröffentlich von einer Userin mit dem Hinweis, sich doch bitte bei der Unterschriftenliste von „Deine Stimme gegen Armut“ einzutragen. Etwas, was in meinen Augen wirklich nicht zu viel verlangt sein dürfte.
Kurz um, wie zu erwarten, meldeten sich die ersten die fragten: „Ja.. und wozu? Was nützt denn das, wenn ich irgendwo im Internet irgendetwas unterschreibe? Das bringt doch eh nichts.“
Ja a, auf solche Sätze reagiere ich verdammt allergisch. Das ist wie nicht zur Wahl gehen und sich hinterher über das Ergebnis beschweren, wie dumm die anderen Wähler doch gewesen sind und überhaupt wird jetzt doch alles nur noch schlimmer für den kleinen Mann.
Zu Meckern ist bequem, sehr bequem sogar. Um das zu können muss man sich zuvor nicht mit dem Thema beschäftigt haben, man braucht nicht das Für und Wieder abzuwiegen, man braucht keine vernünftigen Argumente, man braucht keine eigene Meinung. Von daher war es mir bewusst, sobald es im Forum halbwegs politisch wird, dass einige einfach nur plumpe Bemerkungen in den Raum werfen, die alles andere als bedacht sind. Es handelt sich dabei einfach um den einfacheren Weg, es liegt in der Natur unserer Gesellschaft, diesen zu beschreiten.
Aber muss das sein? Sicher, eine virtuelle Unterschrift auf einer Namensliste kann nicht von heute auf Morgen Brunnen bauen, Schulen errichten, Geld herbei zaubern. Eine Stimme ganz gewiss nicht. Aber mehrere? Viele Stimmen? Viele Stimmen sind lauter als eine einzige, viele Stimmen können eher gehört und schwerer ignoriert werden, so sehe ich das.
„Aber, aber“, sagt jetzt der Zweifler, „selbst wenn wir unsere Stimme abgeben, selbst wenn wir 10 Millionen sind und mehr, was macht das aus, wenn am Ende doch nicht das gewünschte Ergebnis erreicht worden ist?“
Dann haben 10 Millionen Menschen es versucht, haben ein Zeichen gesetzt, sich gemeinsam hinter eine Sache, ein Ziel gestellt. 10 Millionen Menschen haben sich Gedanken gemacht, haben sich eine Meinung gebildet, sind aktiv geworden, haben vielleicht andere versucht zu überzeugen, haben eine Vision gehabt, haben auf die anderen gesetzt, sich gegenseitig unterstützt. 10 Millionen mit einer Hoffnung: Etwas verändern zu können. Nicht nur Meckern, sondern etwas bewegen und wenn es nur ihre Hand war, beim Unterschreiben einer Liste. Denn das alleine ist schon ein Anfang. Eine Unterschrift, ein Kreuz beim Wahlgang. Irgendetwas kleines nur, eben keine Wunder, keine spektakulären Aktionen, die sind für andere reserviert. Aber wahrscheinlich ist meine Generation auch dafür schon zu bequem. Es ist ja auch komplizier als sich eine individuelle Meinung zu bilden, sich damit auseinander zu setzen, sie zu verteidigen, sich auch mit den Nachteilen zu beschäftigen als von Anfang an dem neuen mit Desinteresse zu begegnen.
April 18, 2007 um 3:41
ich mag bono nicht…
und wenn wahlen je was gebracht hätten, hätten wir keine demokratie ;-D
Mai 7, 2007 um 7:00
Na mögen musst du ihn ja auch nicht.
Aber bei Zeiten kannst du mir mal deinen zweiten Satz erklären… aber vielleicht steige ich auch nach einem Kaffee dahinter.
Mai 7, 2007 um 7:28
soll ichs jez noch erklären oder hat der coffee geholfen
Mai 7, 2007 um 7:29
Hilf mir mal lieber jetzt auf die Sprünge. Der Kaffeeautomat verlangt 50 Cent. Geh ich eben aus Frust erst mal Frühstücken.
Mai 7, 2007 um 8:07
in futurama gab es eine sehr geniale folge die genau das ausdrückt was ich über das thema denke. es wurde zur wahl des neuen weltherrschers gerufen. die kandidaten: 2 klone. der eine war für 3% steuererhöhung weil man nicht zu viel erhöhen wollte, der andere war für 3% steuererhöhung weil man nicht zu wenig erhöhen wollte.
Mai 7, 2007 um 8:12
Also eine Botschaft, nur anders vepackt.
So wie praktisch alle Parteien in ihrem Wahlprogrammen soziale Gerechtigkeit stehen haben aber andere Vorschläge, wie man das erreichen kann. Sehe ich das ohne Kaffee richtig? Also gibt es trotz Demokratie nur eine Wahlmöglichkeit.
Mai 7, 2007 um 12:44
@ Sancho: Die Folge und vor allem die Szene ist cool – da steckt so viel Wahres hinter dem Witz
@ Topic: Aber ich denke, ganz so schlimm ist es noch nicht. Wenn man zum Beispiel die sogenannten „Volksparteien“ mit der Linkspartei oder auf der anderen Seite der NPD vergleicht, gibt es ja noch Unterschiede.
Darum auch immer schön wählen gehen, und wenns nur dazu dient, der NPD einen Riegel vorzuschieben, denn die haben ne geschlossene Wählergemeinschaft, für die gehts ja um jede Stimme und mit seiner Stimme für eine andere Partei kann man denen wieder Prozentpunkte wegnehmen. Man sollte sich natürlich auch die Mühe machen und überlegen, was man wählt.
Schließlich noch zu Bono: Ich mag die Musik nicht, aber sonst scheint der ein ganz korrekter Typ zu sein ^^
Mai 7, 2007 um 3:51
Könnt ihr nicht Simpsons zitieren? Da kann ich wenigstens mtimachen.
@konna
Hm, ich denke schon. Zumindest wenn ich mich so in meinem Bekanntenkreis umschaue, oder eben in meiner Klasse. Kein Interesse an Politik, kein Interesse sich mit den Leuten zu beschäftigen die man wählen kann. Gut, ich gestehe, ich bin damals auch nur zur Wahlveranstaltung von Heide Simonis gegangen weil ich wissen wollte, ob die Dame da wieder so unsympathisch war, wie bei ihrem letzen Besuch in Itzehoe.
Ich fand ja damals die Aktion von Olivia Jones wunderbar. Als Einzelbewerber ohne Wahlhelfer gab es nur ein Ziel in Hamburg: Mehr Stimmen als die Schill-Partei. Sicher, die Stimmen hätte man woanders besser anlegen können, aber die Idee war klasse. Und, es gab mehr Stimmen als Schills Partei.
Mai 10, 2007 um 9:40
da ich mich in deutschlands politik (außer dass ich weiß wer merkel, kohl und schröder sind) kaum auskenne, möchte ich mich nicht weiter dazu äußern.
aber ich möchte nicht behaupten dass die jugend absolut desinteressiert ist. man findet einfach auch gar niemanden der die eigenen interessen vertritt. die interessen die vertreten werden sind die, die es sich leisten können. ein finanzpolitiker der noch immer den von den eltern geschenkten ferarri fährt kann in meinen augen einfach nicht verstehen was er für scheiße labert wenn er davon redet der kleine mann solle sich einschränken.
da is keine andere option vorhanden. am ersichtlichsten ist das heute in amerika, wo sowieso nur ein 2 parteien system regiert und über ein 3tel, wenn nicht noch mehr, überhaupt gar nicht wählen gehn. weil sie zurecht nicht wissen wofür..
Mai 10, 2007 um 6:15
[...] 10th, 2007 Beim Absinthschaf tat sich eine Diskussion auf… und Sanja hat ne intressante seite gefunden, die sie noch vorhat [...]